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E-Mail-Disclaimer – moderne Legenden

Disclaimer stammen aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum. Auf Deutsch stehen sie meistens für Haftungsausschluss, Rechtsbelehrung oder Verzichtserklärung. Disclaimer stehen oft am Ende einer E-Mail – und manifestieren dort hartnäckig die moderne Legende vom Haftungsausschluss.

„Diese E-Mail kann vertrauliche und/oder rechtlich geschützte Informationen enthalten. Wenn Sie nicht der beabsichtigte Empfänger sind oder diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, informieren Sie bitte sofort den Absender per E-Mail oder unter der oben angegebenen Telefonnummer und löschen Sie diese E-Mail aus Ihrem System. Das unerlaubte Kopieren sowie die unbefugte Weitergabe dieser Mail ist nicht gestattet.

Es braucht nur wenig Zeit zum Textstudium und man stellt fest: Die Sorge des Versenders um seine E-Mail ist zwar nachvollziehbar, juristisch jedoch nicht durchzusetzen.

Fakten zu E-Mail-Disclaimern:

  • Sie dürfen natürlich den Empfänger um alles bitten, aber nichts fordern.
  • Unterlassungshinweise oder Verbote sind unwirksam, sofern der Empfänger erst am Ende der E-Mail hiervon erfährt.
  • Sollte Ihr Empfänger in einem Unternehmen arbeiten, kann ihm selbst bei gutem Willen die Löschung der E-Mail unmöglich sein. Unternehmen müssen E-Mails - ähnlich wie Geschäftsbriefe - mehrere Jahre archivieren.

Was bleibt? Nüchtern betrachtet bringen Disclaimer keinen Vorteil, mitunter wirken sie sogar blamabel. Aus technischer Sicht können E-Mail-Verschlüsselungen die Sicherheit erhöhen, der geringe Verbreitungsgrad einer standardisierten Lösung steht dem jedoch entgegen. So bleibt letztlich nur die eigene Sorgfalt, damit vertrauliche Informationen nicht in falsche Hände geraten.


Alte Legende

Der älteste Disclaimer befindet sich im Buch „Liber Confortatorius“ des französischen Benediktinermönchs Goscelin. Der Mönch widmete das Buch im Jahre 1083 seiner Schülerin Eva und sandte es vom Kloster Wilton in England zu ihr nach Frankreich.

Im Vorwort des Buches schrieb der Mönch ob der ungewissen Reise
Si forte in alienas manus oberraverit hec peregrina epistola incertis ventis dimissa, sed Deo commendata, precamur ut ei reddatur cui soli destinata, nec preripiat quisquam non sibi parata.

Das heißt: Falls dieser umherreisende Brief, der in unsichere Winde entsendet, aber Gott anvertraut wurde, zufällig in fremde Hände geraten ist, so bitte ich, dass er dem gegeben werde, an wen allein er gerichtet ist, und dass niemand ihn stiehlt, für den er nicht gemacht ist.

Diesen Disclaimer dürfen Sie stets und ohne jede Einschränkung verwenden.

 

Sie haben weitere Fragen zu Disclaimern?

www.tripuls.de/kontakt

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