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Konferenzen

05. Juli 2023

Campixx 2023: Unser Recap Teil 1

Kathi Handstein und Andreas W. Ditze auf der SEO & Content Marketing Konferenz schlechthin

 

Ein Wort vorweg: Das Programm der Campixx verteilte sich dieses Jahr ausgewogen auf die beiden Tracks „SEO“ und „Content Marketing“. Wir haben uns dazu entschieden, hier persönlich zu sprechen und schreiben deshalb aus unserer eigenen Perspektive über alle Vorträge, die wir besucht haben (ja, wirklich alle!). Und weil das recht viele sind und wir auch Inhalte und Learnings der einzelnen Themen wiedergeben, mussten wir den gesammelten Content auf zwei Recap-Artikel verteilen.

Damit sowohl Teil 1 als auch Teil 2 interessant sind, haben wir sie inhaltlich etwas durchmischt aufbereitet: In jedem Artikel stellen wir ein Intro zum Thema SEO-Agentur voran. Dann berichten wir über drei unserer persönlichen Highlights und anschließend teilen unsere Learnings einer Handvoll weiterer Vorträge. Abschließend gibt es noch Input zu einem zu einem Experteninterview mit eher zwischenmenschlichen Themen.

Das möchten wir teilen

Spannende Perspektiven, Expertisen und persönliche Eindrücke

Kathi Handstein und Andreas W. Ditze vor einem "Content is Queen" Plakat

Vorträge und Workshops von Experten und coolen Leuten mit Diskussionen zu neuesten Trends, Werkzeugen und Strategien im Online-Marketing – das bringen wir in unserem Reisegepäck von der Campixx 2023 mit. Wir blicken wirklich gerne auf unsere Tage in Berlin zurück, denn die Konferenz ist nicht nur inhaltlich klasse, sondern vor allem auf menschlicher Ebene. Es geht nämlich sehr viel um Netzwerk, Ideen und den Austausch von Best Practices.

Austausch ist für uns ein wichtiges Schlagwort: Die Campixx ist bekannt für ihre eher ungezwungene und kollegiale Atmosphäre. Die Konferenz hält für uns stets viele „magische Momente“ bereit und ist deshalb nicht nur ein Event sondern ein richtiges Highlight. Und weil wir beide Feuer und Flamme sind (und die lieben Kollegen und Kolleginnen sich bereits einige Geschichten anhören durften), kommen wir beide auch nicht umhin, unsere magischen Momente und unser aufgesogenes Wissen auch an dieser Stelle zu teilen.

In diesem Jahr konnten wir einiges in Sachen Agentur-Management, E-Mail-Marketing oder Kommunikationsstrategien. Groß dabei ist außerdem das Thema SEO, also Suchmaschinenoptimierung – und das mit ganz unterschiedlichen Zielen, nicht nur für Google. Ganz in diesem Sinne ...

Neues von Weiland

Ein ganz persönlicher Auftakt

Unser erstes Highlight passiert uns vor dem ersten Konferenz-Vortrag. Noch bevor die Campixx begonnen hat, sind wir in Jochen Weiland reingelaufen, den Eigentümer von jweiland.net. Aus unserem Geplauder an der Bar haben wir direkt die ersten Learnings mitgenommen. Der kurze Austausch war auf einer durchaus privateren Ebene. Dementsprechend wollen wir an dieser Stelle gar nicht allzu viel erzählen. Einen Aspekt erzählen wir dann aber doch gerne weiter:

Wir kamen auf das Thema Cloud Hosting zu sprechen, das ist nämlich eine von Jochens Dienstleistungen. Da gibt es ja den ein oder anderen Wettbewerber, Raidboxes zum Beispiel. Für ihn ist Raidboxes allerdings kein Wettbewerber. Stattdessen sagt er, man läuft nebeneinander. Warum? Jochen hat den Fokus auf TYPO3 und nicht auf WordPress. Da wir hier bei tripuls sowohl mit WordPress über Raidboxes als auch mit TYPO3 arbeiten, fanden wir es doch ganz cool zu hören, dass das mit dem nebeneinander herlaufen so angenehm funktioniert. Und außerdem war es ein guter Aufhänger, um sich etwas näher über das eigene Business auszutauschen.

Unsere gemeinsame Eröffnung

Aperitif

Gut, das Event Campixx 2023 haben wir nicht eröffnet, wir waren ja schließlich als Besucher da. Aber den eröffnenden Talk haben wir natürlich zusammen besucht. Der SEO-Keynote wurde von Saskia Bader gehalten. Anschaulich und mit viel Humor hat sie uns deutlich gemacht, welchen Unsinn und seltsame Informationen Menschen mit Sehbeeinträchtigung auf Websites vorgelesen bekommen und wie schlecht bedienbar sie häufig für alle Personen sind, die eine Beeinträchtigung haben. Uns wurde ziemlich schnell klar, dass in dieser Hinsicht zu häufig Marketing betrieben wird, das mit einfachen Kniffen verbesserbar ist. Wir haben bei Saskias Keynote leger mitgeschrieben:

Webdesign aus der Sicht einer Sehbehinderten

Wieso, weshalb, warum

  • 9% der Deutschen habe eine Behinderung, international 15%
  • Wieviel mehr Traffic bringt dir Barrierefreiheit? Laut dem AccessibilityChecker sind es 12%. So kann man auch den wirtschaftlichen Erfolg von barrierefreien Maßnahmen besser einordnen.

Hürden, die wir bauen

  • Wenn mir mein Screenreader eine normale Website vorliest, dann sagt der meistens: Grafik, Grafik, Grafik, Icon. Da kann ich nichts mit anfangen. Und auch in Sachen SEO wird das nicht honoriert
  • Popups mit schwer zu erreichendem schließen-Button sind die Hölle
  • Wer macht denn sowas, dass eine mobile Website immer wieder zurück in die Ausgangsgröße springt, wenn man dort gezoomt hat
  • Würdet ihr mal die Bilder gescheit beschriften, wüsste Google übrigens auch eher, dass es bei dir was zu kaufen gibt

Assets und eingebundener Content

  • Ihr wollt gerne was mit Videos machen? Dann aber bitte mit Transkript
  • Wenn bei der virtuellen 3D Tour steht „Click to start“, dann ist das ein Problem für Leute, die nicht klicken können. Da muss Tastatursteuerung her

Wir packen in unseren Learning-Koffer

Wer sollte worauf besonders achten?

  • Designer, macht eure Hausaufgaben: Kann man die Site noch lesen bei 300% Textgröße? Stimmen die Kontraste zwischen Hintergrund und Vordergrund? 
  • Developer, hört mit den visuellen Captchas auf! Und beschriftet endlich eure Buttons gescheit
  • Redakteure, sortiert endlich mal eure Überschriften richtig. Die Überschriften müssen logisch Sinn machen. H1>H3>H2>H4 ergibt keinen Sinn!

Tools & Ankerpunkte

  • Kennt ihr das BFSG? Das ist das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/882 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen (BFSG) => da kommt was auf uns zu
  • Die Barrierefreiheit externer Tools, die man auf der eigenen Website eingeklinkt hat, ist von euch kaum beeinflussbar. Das ist schlecht
  • Hilfreiche Tools: Google Chrome Wave Plugin, Screaming Frog, Entwicklermodus nutzen => Tab Barrierefreiheit

Saskias Keynote hieß übrigens „Mit digitaler Barrierefreiheit den Erfolg eigener Websites steigern“ und so führte sie uns vor Augen, dass man mit vielen Barrieren nicht nur weniger Traffic erzielt, sondern eben auch Leads abspringen und dass Barrierefreiheit auf vielerlei Weise das SEO unterstützt.

Kathi Handstein

Das hinterlässt Eindruck

Ich fand besonders beeindruckend zu erfahren, dass Blinde in Sachen Websites gut vernetzt sind und sie untereinander weiterempfehlen oder sogar sagen: „Hier, diese Website ist nicht so barrierefrei“. Und dann schauen sich andere die Website häufig gar nicht erst an, weil sie zu schlecht bedienbar oder mit Hilfsmitteln uninformativ oder unübersichtlich ist.

Kathi Handstein

Credits & Weiterführendes

Saskia Bader ist Webentwicklerin in Berlin. Außerdem ist sie unter anderem als Rednerin tätig.

Auf ihrer Website stellt sie sehr viele Informationen und Guides zum Thema Web und Barrierefreiheit zur Verfügung. Die Keynote gibt es zum Download und hat einige Hinweise für besseres SEO. Tipps zur Umsetzung von Barrierefreiheit sind darin aufgeschlüsselt für Führungskräfte, Designer, Entwickler und Redakteure.

Die Zukunft von Keywords nach Johannes Beus

Campixx-Favorit

Andreas W. Ditze: Wir sind ja selbst im SEO-Bereich tätig und kennen Sistrix daher gut. Jetzt kenne ich auch Johannes Beus, den Gründer und Geschäftsführer ein Stück näher. Der hat uns auf der Campixx mit seinem Eindruck hinter die Kulissen des Tools und seiner Daten gegeben, sondern auch einen fundierten Ausblick darauf, wie sich Keywords zukünftig behaupten werden. Ich finde, mit diesem Vortrag sind wir echt nah am Puls des SEO, sowohl 2023 als auch in der kommenden Zeit.

Meine Mitschrift ist – wie Johannes Vortrag – eine Freude für alle Zahlen-Nerds! Insgesamt geht es darum, wie Suchvolumen, SERP-Layout, Such-Intention, Klickpreise & Klickraten am Ende zusammenhängen. Sebastian stellt nämlich gleich klar: Nur eins davon angucken, bringt leider nix! Von den Agenturen wird das gerne falsch gemacht.

Die Basics der Google-Suche

Google hat sich 2003 bis 2023 kaum verändert – vom Layout her, besonders die Startseite. Auch die Präsentation der Suchergebnisse ist nicht wesentlich anders.

Wir (Sistrix) haben knapp 10 Mrd. Keywords in unserer Datenbank. SEO ist eine Wissenschaft mit sehr vielen Ungenauigkeiten. Daher nutzt Sistrix für seine Statistiken und Auswertungen mehrere Quellen. Nur wenn mehrere Quellen sagen, dass ein Keyword relevant ist, nehmen sie das:

  • Google Keyword Planner
  • Clickstream Daten
  • DNS Daten
  • Surf-Daten

Zur Suchverteilung

  • 15% der Suchen werden an einem Tag völlig neu gesucht, z.B. Telefonnummern
  • 69,7% aller Suchbegriffe bei Google werden bis 10 Mal pro Monat gesucht
  • Problem: Die haben aber nur 4,2% Traffic
  • 0,1% aller Keywords machen 48,6% Traffic aus
  • 30,3% der Keywords, die 11 bis 10.000 Mal gesucht werden, machen 47.1% Traffic

Suchergebnisseiten sind so ne Sache für sich

  • Welche Elemente zeigt Google an? SERPs gibt‘s mittlerweile sehr viele. SISTRIX misst 44 Stück
  • Tatsächlich macht es keinen Sinn mehr, mit SEO auf einzelne SERP-Layouts zu optimieren
  • Stattdessen geht es um Klickraten: Erstmal den Traffic optimieren!

Wie suchen und klicken die Leute?

  • Der Trend geht klar zur mobilen Suche. Leider
  • Auf dem Desktop führen 69,21% im Schnitt zu einem organischen Klick
  • Bei Mobile (USA) liegt die Quote bei 23,1%
  • Bei Mobile (DE, für Sitelinks) liegt die Quote bei 43,8%
  • Wenn die Shopping Integration auf Mobile ausgespielt wird, kommt kaum mehr organischer Traffic zum Tragen. Mobile-Klicks werden durch Shopping weitgehend abgefischt
  • Sobald oben drei Anzeigen stehen, kommen auch nur noch 26% Traffic auf dem organisch ersten Platz an.

Nice to Know

  • Traffic-Klassen bei Sistrix: Longtail, Chunky Middle und Fathead
  • Know, Visit, Website, Do => das ist der Search Intent nach Google
  • 96,4% aller Keywords haben keine CPC (Cost Per Click)
  • statcounter.com zeigt, dass Bing seinen AI-Vorsprung nicht in Marktanteile umsetzen konnte.

Mein Take Away

Beeindruckend, was Ads alles ausmachen und wie sie die Klickraten komplett verschieben, oder? Und wie Mobile unser komplettes Suchverhalten verändert. Mir gibt Johannes Vortrag ein paar Trends schwarz auf weiß, die auch unsere SEO-Spezialisten sehen. Und er beleuchtet anschaulich die Hintergründe. Gerade die messbaren Diskrepanzen in der Suchverteilung sind für mich spannende Infos. Da habe ich persönlich durchaus Neues an Sistrix entdeckt.

Andreas W. Ditze

Credits & Tool Tipps

Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von Sistrix.

Er hat uns noch ein paar Tool Tips mitgegeben:

Sarah Elsser über die Tätigkeit als Nerd-Dolmetscher

Campixx-Favorit

Kathi Handstein: Man kennt es von sich selbst und auch aus der Agentur: Manchmal steckt man einfach so in seinem eigenen Thema drin, dass andere Leute es nicht verstehen. Oder man hat einen Kunden mit einem spezifischen Produkt und soll jetzt in der Marketing-Strategie erklären, warum man es unbedingt kaufen soll. Was erstmal nach einer großen Herausforderung klingt (gerade, wenn man kein Experte auf dem jeweiligen Gebiet ist) ist das tägliche Geschäft von Sarah Elsser und ihren Kollegen. Das Team nennt sich „Die Nerd Dolmetscher“ und haben auf der Campixx von drei häufigen Fehlern erzählt, die man klassischer Weise macht. Praktisch ist, dass man mit diesen Fehlern gleich auch eine Checkliste hat, um verständlichen und ansprechenden Content zu gestalten.

Die 3 großen Fehler

  • Fehler 1: Fakten statt Emotionen 

Alles neu Gelernte wird als somatischer Marker im Hirn gespeichert, etwas Erlebtes wird mit Emotionen verknüpft, das Unterbewusste möchte das Positive aufsuchen und das Negative meiden. 

Für wirksames Marketing müssen also positive Emotionen geschaffen werden. 
Dabei hilft z.B. assoziiertes statt dissoziiertes Erzählen. 

Bsp.: Achterbahn-Video – Außenansicht vs. Insassen-Sicht 
Bsp.: Video zu Noise-Cancelling-Kopfhörern, Noise Cancelling per KI – hier wird überhaupt nichts technisch erklärt, sondern auf dem Hockenheimring mittels Autorennen die Funktionalität demonstriert.

Also: Emotionen statt Fakten 

  • Fehler 2: Funktion statt Mehrwert 

Es ist um Längen verständlicher, wenn man nicht erklärt, wie etwas funktioniert, sondern den Mehrwert in den Fokus stellen.
Bsp.: Kaffeemaschine vs. ‘Brühautomat’ – Kaffeemaschine 'macht leckeren Kaffee' vs. Funktionsweise des Brühens von Kaffee wird technisch erklärt.

Der Hintergrund? Der Mensch braucht im Schnitt 7 Sekunden, bis er eine Entscheidung fällt. Klingt lang – hier ist jedoch zu beachten, dass die Entscheidung schon lange (das ist messbar!) im Unbewussten gefallen ist, bevor sie ins Bewusstsein dringt. 
Außerdem kann man mit Framing gewünschte Entscheidungen forcieren.
Bsp.: Glücksspiel mit Nutzung von Framing-Methode – „Wenn du eine gerade Zahl würfelst ,bekommst du 50 Euro, wenn du eine ungerade Zahl würfelst, bekommst du nix, wenn du gar nicht würfelst bekommst du trotzdem 20 Euro. Würfelst du eine ungerade Zahl verlierst du also 30 Euro!” Ein solches Marketing erzeugt Verlustangst, obwohl ja nichts verloren wird.

Also: Mehrwert statt Funktion 

  • Fehler 3: Overload statt Kontext 

Welcher Kontext ist wirklich notwendig, um etwas zu verstehen / erkennen? Sarah hat uns dafür zwei Fotos mitgebracht und fragt uns: „Was ist das?“ Auf dem ersten Bild ist ein sehr naher Ausschnitt eines Bauwerks zu sehen. Es scheint auf Pfeilern zu stehen, hat Laternen drauf und verzierende Elemente. Auf dem zweiten Bild ist ein viel weiterer Ausschnitt desselben Bauwerks zu sehen und hier sehr viele weitere Elemente. Wir sehen eine große Statue und weitere Laternen, Wasser um die Pfeiler herum und Türme am Ende.

Sie zeigt uns: Im ersten Bild ist nicht der komplette Kontext nötig, um zu erkennen, dass es sich um eine Brücke handelt. Diese Erkenntnis lässt sich auf Storytelling übertragen. Sarah zeigt uns zwei Videos: Eines zu Cyber-Security (humorvoll; Eine vermummte Person schleicht sich mit einem USB-Stick an Privat- und Firmen-PCs an) und ein anderes zu einem Baby-Mobilé: Customer Experience (Ansicht von der Seite) vs. User Experience (Ansicht aus der Baby-Perspektive).

Also: Kontext statt Overload 

Kathi Handstein

Daran kann ich anknüpfen

Sarahs Vortrag gibt mir eine Tool-Box an die Hand und macht definitiv Eindruck. Gerade die eindrucksvollen Videos werden mir in Erinnerung bleiben. Bei uns im Unternehmen mache ich selbst keinen Content. Trotzdem finde ich es in der Arbeit an Kundenprojekten enorm wichtig, Marketing-Mechanismen verstehen und reflektieren zu können. Da kann ich von Sarahs Einblicken definitiv einige Aspekte für mich und auch unser Team mitnehmen. Um noch weiter ins Thema einzudringen, hat Sarah Elsser uns noch Materialien an die Hand gegeben … Top!

Kathi Handstein

Credits

Sarah Elsser ist in der Geschäftsführung der Nerd Dolmetscher aus Mainz. Auf deren Website gibt's übrigens auch die oben angeführten Beispielvideos zu sehen.

Olaf Kopp über EEAT, semantische Suche und KI

Campixx-Favorit

Andreas W. Ditze: Wir haben etwas weiter oben in unserer kleinen Campixx-Favoriten-Reihe schon über Johannes Beus von Sistrix berichtet. Auf einer SEO-Konferenz ist er natürlich nicht der Einzige, der Veränderungen und Trends zugrundeliegender Mechanismen präsentiert. Olaf Kopp ging vor wenigen Jahren auf der Campixx schon einmal auf Machine Learning (ML) und Natural Language Processing (NLP) ein. Seitdem hat sich die semantische Suche nur umso mehr gefestigt. Das beeinflusst die SEO ja einfach unheimlich.

Impressionen zum Knowledge Graph

Ein Knowledge Graph stellt Informationen als Netzwerk dar. Das Wissen ist dadurch in viele unterschiedliche Beziehungen gesetzt und graphisch darstellbar. Zusammenhänge sind dadurch sehr vielfältig und schnell komplex strukturiert. Besonders im Zusammenhang mit Machine Learning ist das ein großes Plus: Knowledge Graphs sind stets am Wachsen und Verfeinern und fangen damit Wissen total vernetzt und kontextuell ein.

  • Strukturierte Daten? Schön und richtig, aber sehr schlecht skalierbar.
  • Common Crawl? So wurde ChatGPT trainiert.
  • Wikipedia? Semi strukturiert.
  • In 10 Jahren braucht Google keine strukturierten Daten mehr!
  • Vollständigkeit vs. Richtigkeit – das ist die Herausforderung für den Knowledge Graph.
  • Du suchst nach „Sängerin Black Space“? Dann kommt Taylor Swift. Das ist Knowledge Graph.
  • Keywords? Brauchst du nicht übertreiben, wenn Google erkennt, um was es bei dir geht. Du suchst nach „fleischlos grillen“. Da kommt was zum vegetarischen Grillen, von fleischlos steht da nix.

Olafs Tool Tipp: Diffbot kann Websites semantisch in Knowledge Graphs zerlegen.

"EEAT This"

Darum geht’s bei EEAT: Experience, Expertise, Authoritatives, Trustworthy => der Ersteller eines Contents strahlt auf den Content ab. Früher war SEO sehr stark auf dem Document Level. Also der Landingpage. Das geht jetzt weiter auf Domain Level und am Ende zum Source Entity Level. Sprich: Wer ist der Urheber des Contents. Durch KI & Co wird Content auf der Landingpage immer austauschbarer. Daher wird der Autor wichtiger.

Das „Google Rankbrain“

  • Einzelne Wörter wurden zu Vektoren (Word2Vec).
  • Bei Natural Language Processing (NLP) geht‘s jetzt darum, dass sich der Computer menschlich ähnlich mit dir unterhalten kann.

Ähnliche Prinzipien

  • Natural Language Generation: ChatGPT, Bard
  • Natural Language Understanding: Bert

Der Clou: Nomen und Substantive sind tendenziell Entitäten => Darüber kommt Google an den Kontext. Es findet eine Klassifizierung der Websites statt: in Laie, Lehrling, Experte

Ein Prinzip für guten Content ist laut Google das EEAT-Modell. Es kann als Basis für Contenterstellung genutzt werden und soll sowohl den Google-Algorithmus ansprechen als auch die Zielgruppen.

Meine weiteren Learnings

Rethink Searching: Making Domain Experts out of Dilettantes. Langfristig braucht es keine Indexe mehr. Das soll alles aus Skalierungsgründen vereinfacht werden.

Thesen:

  • Knowledge Graphs sollen Feintuning für Sprachmodelle bringen
  • E-Commerce SEO wird sich sehr stark verändern und sich dann stark auf den Shopping Graph konzentriert. Der Shopping Graph ist ein Knowledge Graph für ein Produkt
  • Search Generative Experience (SGE)? Das dürfte einiges an organischen Klicks kosten
  • Social Media wird in der Google Suche einen größeren Einfluss bekommen. „Perspectives“ heißt das Zauberwort

So entwickeln sich Suchmaschinen heute schon

Generative AI Optimization (GAIO): „Ich bin 47 Jahre, wiege 95 Kilo und gehe 3x die Woche 6 Kilometer joggen. Welche Schuhe sollte ich dafür kaufen?“ => das kannst du Bing heute schon so fragen

E-E-A-T wird immer wichtiger! Um Large Language Models zu trainieren, wird Google auf ihr EEAT-Konzept zugreifen. Daher: Relevanzoptimierung wird unwichtiger, Qualitätsoptimierung wird wichtiger.

Insgesamt gilt: Digital Authority Manager müssen sich darum kümmern, dass die Autoritäts-Signale gesendet werden. Der kümmert sich darum, dass die Firma nicht nur im Web sondern auch in der KI gefunden wird. Das ist ein Marketing-Thema, kein SEO-Thema!

Halten wir's hier mal kurz

Für mich bedeutet das, dass sich die Wissensverteilung in Teams neu strukturiert und der Austausch zu Veränderungen im eigenen Expertengebiet immer wichtiger wird.

Andreas W. Ditze

Credits

Olaf Kopp ist bei Aufgesang in Sachen SEO, Marketing und Content tätig. Die Agentur aus Hannover ist spezialisiert auf SEO, SEA, Content-Marketing & PR.

Das Richtige tun, statt die Dinge richtig tun – mit Valerie Khalifeh

Kathi Handstein: Spannend war für mich in dieser Session weniger die Anknüpfung an SEO als vielmehr der Schwerpunkt E-Mail-Newsletter. Die bereite ich bei tripuls nämlich auf und stelle Kunden Templates zur Verfügung. Unsere Kunden wünschen sich für ihr Marketing ansprechende HTML-E-Mails. Die brauchen von Zeit zu Zeit einen kleinen Bug-Fix, damit sie auch weiterhin auf allen Endgeräten und in allem E-Mail-Programmen einwandfrei dargestellt werden. Bei all den Strategien und Details, die man da für eine ansprechende Aufbereitung beachten muss, finde ich eines aus Valeries Vortrag ganz überraschend:

Plain-Text-E-Mails sind erfolgreicher als HTML-E-Mails, da sie wirken, als seien sie persönlich verfasst worden. Voraussetzung ist, dass diese mit einem persönlichen Gruß enden (Name!) und die Absender-Mailadresse eine dazu passende personalisierte E-Mail-Adresse ist.

Lead-Magneten

  • Unbedingt gute Lead-Magneten verwenden (Quiz / Umfrage, eBooks, Excel-Vorlagen etc.)
  • Ziel: Vertrauen erzeugen, Mehrwert bieten!
  • Bsp.: Anmeldeformular zu kostenloser Beratung vs. Anmeldeformular zu Download von kostenlosem eBook ergibt Conversion Rates von 0,83% vs. 44,39%
  • Besonders guter Lead-Magnet: Quiz & Test, erzielt durchschnittlich eine Conversion Rate von ca. 40%.

Valeries Tool Tipps:

  • Besondere Empfehlung für Quizzes und Umfragen: involve.me
  • Empfehlenswerte und DSGVO-konforme Webinar-Plattform: Webinar Geek
  • Empfehlenswertes und DSGVO-konformes Popup Tool: Poptin.

Neue Kunden zu gewinnen ist eine Kunst für sich. In unserem Artikel "Lead Nurturing zur Neukundengewinnung – Hintergründe und Best Practices zur Königsdisziplin von Marketing Automation" berichten wir genau darüber. Zugeschnitten auf das spezifische B2B-Unternehmen zeigen wir auf, wie sich potenzielle Interessenten erreichen und zu Neukunden konvertieren lassen.

E-Mail-Strategien, die ziehen

Die Qualifizierung von Leads ist ein vielstufiger Prozess, der unterschiedliche Arten Content umfasst. Von Social-Media-Content landen Personen gegebenenfalls auch mittels Retargeting auf einer Landing Page. Bei der Anmeldung zu Newslettern ist Customer Relationship Management (CRM) gefragt! Leads unterlaufen klassisch noch einem Scoring und einer Segmentierung, ehe sie im E-Mail-Marketing eingebunden werden. Und genau für diesen Schwerpunkt E-Mail-Marketing stellte Valerie uns dieses Jahr auf der Campixx einige wertvolle Strategien vor, die sich von herkömmlichen Newslettern stark unterscheiden:

E-Mail-Inhalt:

  • Keine Werbung
  • Content für Vertrauen & Mehrwert
  • Verblüffen
  • Persönliche Bindung
  • Zur Interaktion animieren

Empfehlung: E-Mail-Frequenz per Automation / Nachfassen nach 3-5 Tagen

Für den Content nutzt sie gerne konkrete Strategien:

  • Personalisierung. Bsp.: „Maria, was ist deine größte Herausforderung im SEA?“
  • Aufzählung / Zahl. Bsp.: „10 Hacks für bessere Betreffzeilen (funktioniert garantiert!)“
  • Anleitung: Bsp.: „SEO Texte: So sparst du mit KI jede Woche 8 Stunden“
  • Cliffhanger. Bsp.: „Was du über ChatGPT noch nicht wusstest…“
  • Provokation. Bsp.: „Gendern im Content-Marketing: Ist das Kunst oder kann das weg?“
  • Exklusivität. Bsp.: „Nur für dich: Dein kostenloses Ticket für die Campixx“
  • Aktualität. Bsp.: „Was SEO-Manager 2023 wissen müssen“

Auch psychologische Effekte ziehen, beweist ihre Erfahrung. Besonders trifft das für Betreffzeilen zu, ganz nach Jay Schwedelson (Gründer von SubjectLine.com): „Content is NOT King. The TITLE of your content is King.“

Valeries psychologische Strategien dafür:

  • Scarcity Effekt. Bsp.: „Fast ausgebucht! Nur noch 13 Tickets verfügbar“
  • Social Proof Effekt. Bsp.: „Schließe dich 5.000 cleveren Online Marketern an!”
  • Ähnlichkeitseffekt. Bsp.: „Grafik-Designer aufgepasst! Das sind die Trends des Jahres …“
  • FOMO Effekt. Bsp.: „Nur für Mitglieder: Aufzeichnung & Folien der Session“
  • Zeigarnik Effekt. Bsp.: „Es fehlt nur noch 1 Klick!“

Laut Valerie darf man gerne mit Emojis arbeiten, auch im Betreff.

Credits

Valerie Khalifeh ist Marketing Automation Managerin bei morefire in Köln. Das Online-Marketing-Unternehmen arbeitet als Full-Service-Agentur.

Content Hacks von Jens Altmann

Andreas W. Ditze: Technik unterstützt uns in fast jeder Lebenslage, aber kann sie auch kreativ werden? Jens hat sich damit eine ganze Welt aufgebaut rund um Text, Ton und Bild und beweist auf der Campixx, dass man mit Technik durchaus einiges an Kreativleistung wecken kann, die jenseits der Optimierung von Keywords für besseres SEO liegt. Das ist eine Form von Marketing mit viel technischem Anknüpfungspotenzial.

Die richtige Metrik wählen

Das Motto ist hier: „A metric is useless when a change doesn’t lead to action“, Kevin Indig

  • Time spent on creation
  • Performance over time
  • Distribution Cost
  • Aufmerksamkeit
  • Verständnis
  • Nutzung
  • Wiedererkennung
  • Auswirkung
  • Konversion / Task Completion
  • Autorität

Content- und Technik-Hacks

Hack 1: Gyrosensoranalyse
Du kannst von einer Website per API die Sensoren auslesen. Die API ist so neu, nicht jedes Gerät braucht dafür eine Zustimmung. Laptops haben das auch. Das kannst du in Echtzeit sehen. Du kannst damit erkennen, ob jemand im Auto ist oder ob der Monitor zu Hause ist. Oder ob das Handy gerade in der Tasche liegt. Du kannst damit z.B. dem User sagen: „Hey, du bist gerade unterwegs… Soll ich mir das hier für dich merken?“

Hack 2: Webcam Eyetracking
Webgazer.js ist das Zauberwort und kommt über den Chrome-Browser. Falls die Leute die Kamera nicht freiwillig anmachen, könnte man mit Rabatten auf Produkte motivieren. Webgazer könnte auch interessant für virtuelle Assistenten sein.

Hack 3: Web Vitals Library
Darüber bekommst du Echtdaten von deinen Usern, ohne Datenschutzprobleme, denn es handelt sich um gruppierte Daten.

Hack 4: Media-Engagement messen via Youtube Player API
Du kannst ein Youtube-Video über JS einbinden. Über die API siehst du dann, wie die Leute das Video genutzt haben. Damit siehst du dann auch, an welchen Stellen die Leute das Video abbrechen oder anhalten. W3C Video und Audio API ermöglichen dasselbe abseits von Youtube.

Hack 5: Ping of Links
Auf jens-altmann.de sieht man das im Quellcode. Links pingen lassen.

Hack 6: Nutze den Lesbarkeitsindex für deine Webseiten
Dafür wendest du die Flesh Reading Ease bzw. Wiener Sachtextformel an. Jedoch gibt es auch da keine Regel ohne Ausnahme: Sehr einfache Texte strahlen manchmal nicht viel Autorität aus.

Hack 7: Attention prediction
Das BFSG kommt. Nutze z.B. Contrast Checker, um die Lesbarkeit sicherzustellen. Damit kannst du auch sehen, welche Modes der User mit deiner Website fährt.

Credits

Jens Altmann ist Entwickler und Consultant mit Fokus auf Software Engineering.

Professionelle Fotos und Videos mit Sara Schwarz

Kathi Handstein: Die Anforderungen an Content Produzenten steigen stetig und gefühlt soll jeder zumindest für das eigene Social-Media-Profil gute Fotos aufnehmen und authentische Texte verfassen können. Aber Speakerin Sara Schwarz erzählt uns auch, dass Online Marketer immer wieder vor Herausforderungen stehen.

Sie gibt uns auf der Campixx 15 Tipps mit, wie wir richtig guten visuellen Content produzieren können, der die Zielgruppe anspricht. Und das Beste daran ist, dass sie uns günstige Hilfsmittel und einfache Tools vorstellt. Das macht es auf jeden Fall niederschwellig, mich selbst auch mal auszuprobieren. Ihre Beispiele überzeugen jedenfalls. Also: Einfach mal machen, könnte ja gut werden!

Saras 15 Tipps

  1. Bereite dich richtig vor (Kernaussage / Mehrwert, Moodboard, Drehplan / Checkliste) 
  2. Lass dich inspirieren (umschauen, Ideen speichern, persönl. Note > Butter-Board-Trend)
  3. Finde deinen eigenen Stil (Farben, Wiedererkennungswert)
  4. Richtige Ausrüstung
  5. Dezente Backdrops
  6. Nutze Portrait-Modus
  7. Verschiedene Perspektiven wählen (Pizza (Draufsicht) vs. Burger (Seitenansicht))
  8. Richtiges Licht (Ringlicht, Tageslicht vs. künstliches Licht)
  9. Hände einsetzen (Produkte aus Ich-Perspektive wirken lassen, als seien sie schon im Besitz des Betrachters)
  10. Lenke den Betrachter (fotografische Regeln anwenden)
  11. Style Bilder & Videos
  12. Nutze smarte Apps (z.B. Canva)
  13. Nutze Video-Vorlagen (z.B. bei Instagram)
  14. Erzähle eine Geschichte (‚wait for it…‘ > Spannungsbogen aufbauen, Storytelling Elemente nutzen)
  15. Qualität prüfen

Credits & Weiterführendes

Sara Schwarz ist Head of Content im Bereich Digital Media bei dem Kulinarik-Unternehmen Betty Bossi aus der Schweiz. Sie betreibt außerdem einen privaten DIY-Blog.

Außerdem hat sie einen Blog-Post verfasst, der an ihren Campixx-Vortrag anknüpft.

Daniel Schramm verkuppelt SEO und KI

Andreas W. Ditze: Es überrascht ja nicht, dass KI in aller Munde ist. Das großartige daran ist auf der Campixx aber, dass jeder seine eigenen Tipps und Kniffe entwickelt hat. „KI meets SEO: Liebe auf den ersten Klick“, so heißt Daniel Schramms Vortrag. Meine Learnings, kurz & knapp.

Erste Schlüsselfaktoren

  • A fool with a tool is still a fool  
  • Was ist der Unterschied zwischen Cola Zero und Cola Light? Produkttexte vom Hersteller umschreiben… das kann KI gut
  • Nehmt doch mal Google Search Console und lasst die Daten von ChatGPT clustern. Schneller Erkenntnisgewinn!
  • ChatGPT in Excel einbauen? Ja, kann man machen. In Google Sheets ist’s auch nicht schlecht

Hin zum Ranking

  • Wenn du willst, dass ChatGPT dir einen Artikel schreibst, dann brauchst du nicht erwarten, dass der in einem Stück rauskommt. Das muss man blockweise machen. Lass dir eine Outline erstellen und dann immer weiter durchhangeln.
  • Für eine mittelmäßige Termlabs-Bewertung reicht das. FAQ Snippets kommen da einfach bei rum.
  • Experiment: Eine KI baut ein Blog. Frische Domain, 1 Backlink, 44.000 Klicks, 470.000 Impressions, rund 6 Monate. Ja, geht! 

Credits & Weiterführendes

Daniel Schramm ist Head of SEO beim RND, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Ein weitergehender Tipp zu diesem Vortrag:

Jens Polomski ist ebenfalls Speaker auf der Campixx 2023 stellt auf seiner Website auch die Tools abseits von ChatGPT vor.

Screaming Frog für Einsteiger und Profis – mit Julian Dziki

Kathi Handstein: Das Tool Screaming Frog ist ein Website Crawler, der auf SEO spezialisiert ist. Er kommt sowohl mit kleinen als auch großen Websites zurecht. Der Frosch bietet einige automatische Funktionalitäten, aber auch viele Möglichkeiten für individuelle Einstellungen. Vom Check auf 404-Seiten bis in tiefe Details – die SEO-Funktionalitäten können vielseitig angewendet werden. Und die besten und neuesten Hacks für alle Levels stellte Julian Dziki der Campixx vor. Ich hab mal das mitgeschrieben, woran ich in meinem Agentur-Alltag besonders gut anknüpfen kann.

Vielschichtige Use Cases

Screaming Frog für SEO-Analyse

  • Duplicate Content: Nutzung von Screaming Frog zur Identifizierung doppelter Inhalte
  • Interne Links: Überprüfung der internen Verlinkungsstruktur

Reasonable Surfer Model

  • Verwendung von nofollow / noindex
  • Potential für zusätzliche Verlinkungen

Das Reasonable Surfer Model geht aus dem Random Surfer Model hervor und sagt aus, dass Nutzer:innen nicht zufällig auf einen bestimmten Link klicken, sondern der Klick auf einen Link von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei unter anderem die Platzierung des Links auf der Webseite sowie die Qualität des Inhalts, der hinter dem Link auf der Seite liegt.

Google Search Console Daten

  • Identifizierung von nicht indexierbaren URLs mit Klicks
  • Identifizierung von indexierbaren URLs ohne Klicks

JavaScript-Probleme

  • Probleme mit URLs, die durch JavaScript erzeugt werden
  • Google analysiert JavaScript erst zu einem späteren Zeitpunkt

URLs mit schlechter Lesbarkeit

  • Analyse des Flesch Reading Score (nur in Englisch) zur Beurteilung der Lesbarkeit von URLs
  • Apropos: Über die Link-Positionen lässt sich definieren, in welchen HTML-Tags bzw. CSS-Klasen etc. ein Link als Header / Footer / Navigations-Link eingestuft werden soll und wann als Content-Link

Tipps von Dan Sharp

  • Erkennung von Änderungen durch den Vergleich zweier Crawls
  • Test von Relaunch URLs (Test vs. Live) zur Erstellung von URL-Mappings
  • Untersuchung von Redirects

Credits

Julian Dziki ist Günder und SEO-Experte bei der münchener SEO- und Online Marketing Agentur Seokratie.

Strategien vom Content-Endgegner Andreas Bierwirth

Andreas W. Ditze: Dieser Vortrag ist mehr als nur ein Vortrag. Er ist ein kleines eigenes Event. Ich sitze mit den anderen Interessierten auf Stühlen und warte, dass Andreas damit beginnt, seine Folien vorzutragen. Es ist der vorletzte Slot am zweiten Tag. Das Publikum wirkt müde… was tun? Steht mal bitte auf! Musik aufgedreht, ihr seid Wölfe! Er heult rum... Der Raum wurde energetisch von ihm aufgeladen.

Social Media und Videos

  • Übung: 30 Tage lang jeden Tag 1 Minute in die Kamera sprechen. Wenn du das jeden Tag machst, hast du’s drauf. Aber: Bitte in die Kamera gucken. Nicht auf den Bildschirm. Sonst wirkt das so, als ob du den Leuten als aufs Kinn guckst
  • Kunde sagt: „Ich habe keine Zeit für Social Media“. Ok, dann zeig mir mal deine Aktivitäten Liste im iPhone. Zeit war da

Außerdem zeigte uns Andreas Bierwirth die Hintergründe zu einer gemeinsamen Videoproduktion mit Andreas Bierwirth. Ja, richtig. Der Andreas auf der Campixx 2023 ist Videograf und Content Creator. Der Andreas, mit dem er zusammengearbeitet hat, war bis September 2022 Chef von Magenta Telekom (vormals T-Mobile Austria). Letzterer fand, dass alles an Videocontent, der von der Telekom publiziert wird, als Werbung angesehen wird. Ganz egal, wie geil der Content wäre und vollkommen gleich, welche sonst wirksame Marketing-Strategie man anwendet. Also tun sich die beiden Namensvetter zusammen und machen genau das: Geilen Content.

Videoinput von Andreas Bierwirth:Zwei Klappstühle, ein Name

Abseits der Algo-Hacks

  • Vergiss mal kurz dein SEO-Wissen und mach auch mal gegen den Algorithmus. Du redest mit Menschen!
  • Die stabilste Connection zu den Menschen schaffst du nur durch die direkte Botschaft. Du bist dein bestes Marketing: Du – als Person – musst im Zentrum deiner Kommunikation stehen
  • Es muss aufhören, darüber nachzudenken, was die Leute denken. Zeige deine DNA, warum ist dein Produkt geil, was treibt dich an! Mache es anders!
  • Hole die Menschen ab
  • Kontinuität > Kreativität

Regeln sind zum Brechen da

  • Im Netz gilt: Niemand hat recht! Interessant wirds, wenn du deinen eigenen Weg gehst
  • Verlasse den vorhersehbaren Pfad. Da schlummert die Reichweite

Du musst nicht sein wie andere. Ablehnung, auch öffentlich und lautstark, sagt nichts darüber aus, ob es wert ist, dir zuzuhören. Rede für dich!

  • Dich mag nicht jeder. Akzeptiere das. Zieh den Stock aus dem Arsch!
  • Überwinde die Angst vor Ablehnung. Freunde haben auch negative Eigenschaften. Trotzdem bleibt man Freunde. Dein Content darf so vielschichtig sein wie du
  • Wenn du den Leuten nur deine beste Seite zeigst, können sie dich nicht kennen lernen. Du bist dann einer von vielen. Dann fehlt die Tiefe
  • Adieu Komfortzone! Sei unvorhersehbar! Fuck, raste aus!
  • Übertrage diese Wechselwirkungen auf deinen Content – das ist die Würze

Credits

Andreas Bierwirth ist Geschäftsführer der Videoproduktionsfirma ABmotion in Kerpen.

Profiboxer & Geschäftsmann.
Axel Schulz über seine Business Learnings

Recap-Finale

Kathi Handstein & Andreas W. Ditze: Das Interview fängt schon mal gut an. Es kommt ein authentischer Typ mit Cap auf die Bühne, der durch und durch entspannt ist. Moderator Marco Janck kommt direkt zu einer Frage, die wir und auch viele andere im Publikum haben: Warum spricht ein Ex-Profiboxer auf der Campixx?! Gut, im Teaser zum Talk haben wir erfahren, dass Axel Geschäftsmann ist und seine Business Learnings und besonderen Erfahrungen teilt. Mit SEO, dem Kern der Campixx, hat er schon mal nichts am Hut … äh … Cap. Was genau macht er also hier?

Marco: „Axel, warum bist du heute hier?”
Axel: „Weil ich dafür Geld bekomme.”

Wir lachen und finden: Das ist ein cooler Move, authentisch und der richtige Wachmacher zur Eröffnung des zweiten Konferenz-Tags.

Zitate von Axel Schulz

  • Ich hätte nach der Wende für 6.000€/Monat Amateur in Leverkusen werden können.
  • Ich habe mich entschieden für 2.000€/Monat Profi in Frankfurt/Oder zu werden.
  • Das Finanzielle darf nicht die entscheidende Rolle spielen, du musst für den Erfolg brennen. Der Rest kommt von selbst.
  • Der Kampf damals gegen Botha lief echt schlecht… Obwohl ich mich gar nicht so schlecht fand. Naja, da ging's jedenfalls von 100 auf 0. Trainer, Manager, … waren alle auf einmal weg. Freunde und Familie haben mich damals aufgefangen.
  • Als dann rauskam, dass Botha gedopt war, kamen diejenigen, die mich verlassen hatten, auf einmal wieder. Da hats klick gemacht: da war klar, auf welche Leute ich mich am Ende verlassen kann und welche nicht.
  • Kontakte ausbauen und pflegen, das ist total wichtig fürs Business.
Kathi Handstein

Einfach mal wirken lassen

Das Interview mit Axel umfasste natürlich noch viel mehr als das. Es war ein Event für sich und für uns ein Pflichtpunkt. Wann ist man auch schon mal bei dem Business-Interview eines Profiboxers dabei? Wir durften 50 Minuten voller Fragen und ausführlichen, interessanten und vor allem ehrlichen Antworten lauschen und haben irgendwann einfach nur noch das gemacht: Zugehört.

Kathi Handstein

Weiterführendes

Das Interview mit Axel gibt es zum Nachhören übrigens auch als Podcast. Moderator Marco Janck hat nämlich zusammen mit Wolfang Jung den Podcast "Jung und Janck" und das die Aufzeichnung des Interviews darin eingebettet. Zu hören ist die Episode entweder auf der Campixx-Website oder via Podigee.

Kathi & Andi

Zwischenfazit

Die Campixx 2023 hat uns dieses Jahr (wie man bestimmt unschwer erkennen kann) nachhaltig begeistert. Den Kollegen hier bei tripuls haben wir schon in diversen Mittagspausen und Flurgesprächen daran teilhaben lassen und ein erstes Recap dem tripuls-Team intern bereitgestellt. SEO, Marketing-Strategien und Einblicke aus anderen Agenturen – das kann ja nur mitreißen.

Sowohl als Agentur als auch persönlich konnten wir also eine ganze Reihe an Kniffen und neuen Perspektiven gewinnen. Und wie zu Beginn angekündigt: Die Inhalte unseres Rückblicks bleiben vielfältig.

So geht's weiter

  • Aperitif: State of the Agenturbranche 2023
  • Campixx-Favorit: Texten mit KI und Severin Lucks
  • Campixx-Favorit: Sebastian Erlhofer über 19 Jahre SEO-Agentur
  • Campixx-Favorit: Fabian Aulers kreative Techniken für Unkreative
  • Casten Appel zeigt: Weniger ist mehr WordPress
  • Wow-Faktor mit Neuromarketing und Sarah Weitnauer
  • Johan von Hülsen präsentiert das SEO Strategy Sheet
  • Mit Mario Fischer und Smart SEO Data Analytics besser ranken
  • Sven Deutschländers Website Relaunch unter SEO und Conversion-Optimierung
  • Tom Finette über Content Management 2.0
  • Finale: Das BVDW Experten-Panel. Mitarbeiter finden, halten und weiterbilden.
Unser Campixx-Recap Teil 2

35 Talente. 1 starkes Team.
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