Campixx 2025: Unser Recap Teil 1
Olga Ernst und Andreas W. Ditze auf der renommierten Fachkonferenz für SEO, Content-Marketing und digitale Marketingstrategien
Am 12. Juni 2025 war es wieder so weit: Die Campixx öffnete ihre Türen und lud Digitalbegeisterte aus ganz Deutschland nach Berlin (genauer: nach Blankenfelde-Mahlow) ein. Die Eröffnungsansprache kam natürlich vom Gastgeber Marco Janck. Trotz – oder wegen – der sommerlichen 24 Grad und strahlendem Sonnenschein war die Stimmung bereits am Morgen hervorragend – ein optimaler Auftakt für das beliebte Event.
Rückblick, Dankbarkeit und ein stimmungsvoller Ausblick
Ein gelungener Auftakt von Marco Janck
In seiner Rede blickte Marco Janck auf die bewegte Geschichte der Campixx zurück. Von den bescheidenen Anfängen 2009 bis zum heutigen Tag habe sich vieles verändert. Besonders hob er die Bedeutung eines engagierten und verlässlichen Teams hervor, das gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten den Erfolg der Veranstaltung möglich macht. Auch den Sponsoren – unter anderem Wingman, Sistrix, Buzzmatic, Playplay, SE Ranking, Agorapulse, PerformanceLiebe, Gibion AI, iGaming, whitepress, eMBIS, made2GROW, Backlinked, plattformX, DHEMANT Consulting – galt ein besonderer Dank.
Das erklärte Ziel der Campixx liegt in Begegnung, Wissensaustausch und Netzwerkaufbau. Marco Janck ermutigte die rund 600 angemeldeten Teilnehmenden, sich auf neue Themen einzulassen und die Komfortzone zu verlassen.
Mit stolzen 80 geplanten Sessions bot die Konferenz ausreichend Gelegenheit für Inspiration und neue Impulse.
Unsere magischen Momente
Die 7 größten SEO- und AI-Fehler, die man 2025 vermeiden sollte
Rückblick und aktuelle Herausforderungen
Auf der diesjährigen SEO-Konferenz gaben Johanna und Timon Hartung einen umfassenden Überblick über die historische Entwicklung der Suchmaschinenoptimierung – von den Anfängen kleiner Online-Shops über große Plattformen wie Amazon und Zalando bis hin zu den modernen Anforderungen durch Künstliche Intelligenz (AI). Auch wenn SEO immer wieder für tot erklärt wurde, macht die Branche immer wieder deutlich: Ohne kontinuierliche Anpassung und Entwicklung bleibt man schnell zurück.
Im Jahr 2024 gilt es vor allem, die Meinung der Entscheidungsträger ernst zu nehmen. Viele glauben, dass SEO durch AI obsolet wird – ein gefährlicher Irrtum. Technisches SEO, strukturierte Daten, qualitativ hochwertiger Content, Backlinks und Citations sind wichtiger denn je. Besonders Backlinks und Social Signals werden zu entscheidenden Markensignalen, weil sie nicht nur Suchmaschinen, sondern auch großen KI-Modellen als Relevanzindikatoren dienen.
Speziell bei Website-Relaunches lauern viele Fehlerquellen. Häufig fehlen ausreichende User-Tests oder das SEO wird zu wenig beachtet. Das kann schwerwiegende Folgen für die Sichtbarkeit haben. Daher: Stetige Optimierung, Blick auf technische Basics wie Robots.txt und Core Web Vitals – und niemals die technische Infrastruktur vernachlässigen.
Auch für AI-Crawler ist eine saubere technische Basis entscheidend, denn Suchmaschinen haben noch immer Schwierigkeiten mit JavaScript und Co. Moderne Entwicklungen wie Schema.org und Vektordatenbanken bieten aber Chancen, die eigene Seite besser auffindbar zu machen.
Die wichtigsten Learnings für 2025
Bei der Content-Erstellung gilt: AI ist eine Hilfe, aber keine alleinige Lösung. Wer sich nur auf ChatGPT & Co. verlässt, produziert mittelmäßigen Einheitsbrei. Erfolg bringt die Kombination verschiedener Tools samt kritischem Human Review. Die Qualität bleibt das entscheidende Kriterium – genau wie Transparenz im Umgang mit KI-generierten Inhalten.
Auch rechtliche Fragen wurden diskutiert: Künstlich erstellte Inhalte sind nicht urheberrechtlich geschützt, können aber Rechte Dritter verletzen. Mit Initiativen wie C2PA entstehen zudem erste Standards zur Authentizität von Medieninhalten.
Der Blick in die Zukunft zeigt: Nur wer bereit ist, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, bleibt erfolgreich. Unternehmen und Arbeitsplätze geraten sonst schnell ins Hintertreffen. SEO-Expertise bleibt ein entscheidender Faktor, um Reichweite und Umsatz über die organische Suche zu sichern.
In der abschließenden Fragerunde wurden technische und rechtliche Fragen zur Initiative C2PA, zu Rechtschreibprüfungen bei AI-Content und zur Zukunft von Watermarks als Qualitätsmerkmalen angesprochen. Die Referent:innen waren sich einig: Transparenz und die Möglichkeit, Informationen richtig einzuordnen, sind für Nutzer das Wichtigste.
Fazit
SEO und AI entwickeln sich rasant – doch ohne technisches Fundament, kontinuierliche Anpassung und transparenten Umgang mit neuen Tools gibt es keine nachhaltigen Erfolge. Wer die größten Fehler kennt und vermeidet, sichert sich auch 2025 eine führende Position im organischen Suchmaschinen-Marketing.
Wie du aus einer Marke eine verdammte Love Brand machst!
Praxisnahe Beispiele und Mitmach-Übungen
Am 12.06.2025 fand auf der Campixx die Session »Wie du aus einer Marke eine verdammte Love Brand machst!« mit Paul Lanzerstorfer statt. Gemeinsam mit Paul und Robert Bruckner — bekannt als leidenschaftliche Musiker und Experten für Brandbuilding — wurden die zentralen Erfolgsfaktoren für wahre Love Brands diskutiert, anhand praxisnaher Beispiele veranschaulicht und durch Mitmach-Übungen vertieft.
Was macht eine Love Brand aus?
Schon beim Einstieg wurde klar: Eine starke Marke entsteht nicht allein durch ein gutes Produkt, sondern vor allem durch emotionale Bindung und authentische Werte. Die Speaker starteten mit der Frage, warum Marken überhaupt geliebt werden, und zeigten auf, dass die Beziehung zu einer Brand, ähnlich wie eine Freundschaft, auf mehreren Ebenen funktioniert:
- Emotionale Bindung
Ein lebendiges Beispiel war die Geschichte der Agentur Webmedia, die sich konsequent weiterentwickelt und echte Bindungen zu Mitarbeitenden und Kunden schafft — etwa mit einer ausgelassenen Jubiläumsfeier auf Mallorca. - Werte und Haltung
Wie wichtig klare Werte sind, zeigte das Beispiel St. Pauli, die ihre Haltung gegen Diskriminierung offensiv vertreten und damit eine starke, loyale Community aufbauen. - Authentizität und Konsistenz Marken wie Patagonia leben ihre Überzeugungen sichtbar – etwa durch konsequente Umwelt- und Sozialstandards.
- Identifikation und Community Wenn Arbeitskleidung nicht nur im Job, sondern auch in der Freizeit getragen wird, zeigt das, wie eng Community und Identifikation verzahnt sind.
- Markenerlebnis
Einzigartige Erlebnisse wie im Lululemon Flagship-Store in London sorgen für positive, unvergessliche Erinnerungen an die Marke.
Insights, Übungen und Takeaways für deine Marke
Die Speaker boten konkrete Ansätze, um Teilnehmer selbst zum Nachdenken und Handeln anzuregen. In einer Übung sollten sie ihren Lieblingskunden identifizieren und daraus kreative Content-Pieces entwickeln. Persönliche Leidenschaft als Inspiration für die Marke? Die Speaker leben das mit ihrem Projekt »Pipe Music«, das Musik und Content vereint.
In der Diskussion ging es darum, Kunden zu Markenbotschaftern zu machen und Communitys aktiv einzubinden – etwa durch User Generated Content, wie bei Lego oder Playmobil. Zum Abschluss wurden die fünf wichtigsten Erfolgsfaktoren noch einmal zusammengefasst:
- Emotionale Bindung schaffen
- Klare Werte und Haltung zeigen
- Authentizität und Konsistenz leben
- Identifikation und Community fördern
- Ein einzigartiges Markenerlebnis bieten
Kleine Randnotiz:
Für den musikalischen Abschluss wurde das Publikum gefragt, welchen Song sie abends gemeinsam mit den Speakern singen möchten – ein schönes Beispiel dafür, wie Marken und Community miteinander verschmelzen können.
Das große Take-away
»Erzähle deine Geschichte, bleib konsistent, sei Teil der Community und erschaffe Markenerlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Nur so wird aus deiner Marke eine echte Love Brand!«
Was hat Poetry Slam mit Marketing zu tun?
Poetry Slam entstand in den 1980er Jahren in Chicago, initiiert von Marc Smith, der sich als »Erfinder« des Formats sieht. Sein Ziel war es, Poesie von der elitären Ebene zu lösen und sie zu einer mitreißenden, lebendigen Performance zu machen, bei der Publikum und Dichter in einem Wettstreit stehen. Diese Auftritte sind meistens kurz, emotional und oft sehr persönlich – die Zuschauer entscheiden durch Applaus oder Punktesysteme, welcher Slammer am besten die Crowd begeistert hat. Und was hat das jetzt mit Marketing zu tun? Mehr als man denkt ...
Der Poetry-Slam-Effekt
Mit kraftvollen Worten deine Zielgruppe begeistern
Es war eine inspirierende Session, die Kathrin Klass da auf die Bühne gebracht hat. Im Zentrum stand die Kraft emotionaler Sprache und wie sie im Marketing für nachhaltige Verbindungen sorgt.
Was ist der Poetry-Slam-Effekt?
Zu Beginn las Kathrin Klass einen eigens für die Veranstaltung verfassten Slam-Text mit dem Titel »Raider heißt Twix und sonst ändert sich ja auch alles«. Damit verdeutlichte sie direkt, wie Sprache und Storytelling es schaffen, Menschen emotional mitzunehmen und Trends greifbar zu machen.
Anschließend stellte sie die wichtigsten Regeln des Poetry Slam vor:
- Die Texte müssen selbstgeschrieben sein
- Die Performance erfolgt ohne Requisiten oder Kostüme
- Die Dauer ist auf 5 bis 6 Minuten begrenzt
- Respekt vor den Poeten ist oberstes Gebot
- Alle literarischen Genres sind erlaubt
- Das Publikum bewertet am Ende die Darbietung
Der Poetry-Slam-Effekt bezeichnet das Verdichten von Sprache auf das Wesentliche, sodass innerhalb weniger Minuten Aufmerksamkeit geweckt, Emotionen transportiert und eine nachhaltige Erinnerung erzeugt wird.
Kathrin Klass präsentierte fünf zentrale Prinzipien, die wirkungsvolle Slam-Texte und effektives Marketing gleichermaßen prägen:
- Emotion
Sprache soll Gefühle wecken und Entscheidungsprozesse positiv beeinflussen. Hilfreich dabei: direkte Ansprache, einfache Formulierungen und emotionale Geschichten.
- Haltung & Authentizität
Echte Werte und eine klare Haltung werden im Publikum sofort erkannt – Stichwort: Authentizität. Unternehmen, die dies konsequent leben (wie Patagonia oder Ben & Jerry’s), wirken glaubwürdig und gewinnen Vertrauen.
- Klarheit & Verdichtung
Auf das Wesentliche reduziert: Kurze, verständliche Sätze und pointierte Aussagen wirken stärker als ausschweifende Texte. Praktische Übung: Einen Text halbieren und nur das Wichtigste stehen lassen
- Rhythmus & Sprachmelodie
Einprägsame Sätze entstehen durch Rhythmus, Alliterationen, Dreierfiguren oder Reime – »Milch macht müde Menschen munter« bleibt hängen, weil der Klang trägt.
- Bildkraft
Bilder im Kopf entstehen durch Vergleiche und Metaphern. Bildhafte Sprache versetzt Zuhörer und Leser direkt in die Szene. Wortspiele und kreative Neuschöpfungen sorgen für Aufmerksamkeit.
Poetry-Slam-Prinzipien im Marketing-Alltag nutzen
Abschließend betonte Kathrin Klass die Relevanz dieser Prinzipien für das Marketing: Klare, emotionale und bildhafte Kommunikation hebt Unternehmen von der Masse ab und bleibt bei der Zielgruppe hängen.
In der anschließenden Q&A-Runde gab sie praktische Tipps: Texte sollten laut vorgelesen und mit verschiedenen Betonungen ausprobiert werden, um die optimale Wirkung zu erzielen.
Ihr Appell: Experimentiert mit Sprache, verdichtet eure Botschaften – und setzt auf Emotionen und Bilder, um im Gedächtnis zu bleiben. Die Kraft des Poetry Slam kann einen echten Unterschied für wirksame Marketingkommunikation machen.
Mein Take-away
»›Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt‹, wusste schon Ludwig Wittgenstein. Der Poetry-Slam-Effekt sorgt für mehr Begeisterung, Klarheit in der Kommunikation und nachhaltige Verbindungen zu eurer Zielgruppe!«
KI in Marketing Automation
Heiße Tipps direkt aus der Praxis
Valerie Khalifeh, Senior Consultant bei der Kölner Online-Marketing-Agentur Morefire, machte von Beginn an deutlich: Sie ist keine klassische KI-Expertin, sondern setzt KI als praktische Lösung ein, um Herausforderungen ihrer Kunden zu meistern. In ihrem Capixx-Vortrag teilte sie Erkenntnisse aus ihren Erfahrungen mit »KI in Marketing Automation«. Dabei zeigte sie anhand von Beispielen auf, wie Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag erleichtern und Automatisierungsprozesse im Marketing effektiver gestalten kann.
Sie stellte drei reale Anwendungsszenarien vor
- Datenmanagement automatisieren
Ein Kunde musste Social-Apps mit einem HR-Tool verbinden, um Bewerberdaten bequem zu übertragen – die Schnittstellenanbindung bereitete jedoch große Schwierigkeiten. Khalifeh nutzte KI, um eine maßgeschneiderte Schritt-für-Schritt-Anleitung für die API-Integration zu erhalten. Mit zusätzlicher manueller Überprüfung gelang letztlich das gewünschte Ergebnis: Die Schnittstelle funktionierte.
- Newsletter-Templates mit KI erstellen
Als es darum ging, ein neues Newsletter-Design in HubSpot umzusetzen, fehlte das erforderliche Programmier-Know-how für E-Mail-Templates. Mithilfe einer KI-Anleitung und etwas Feintuning baute Valerie Khalifeh dennoch ein flexibles Template. Den entsprechenden Code und die Umsetzung bot sie auch den Teilnehmern an.
- Lead-Nurturing automatisieren
Die zeitintensive Aufgabe, neuen qualifizierten Leads individuelle Sales-Mails zu schicken, ließ sich mit KI optimal lösen: KI half zunächst, die entscheidenden CRM-Informationen herauszufiltern und dann eine maßgeschneiderte Automation zu bauen. Das Ergebnis: Neue Leads erhalten automatisch eine personalisierte Sales-Mail, basierend auf ihrem individuellen Verhalten.
Wichtige Learnings und Tipps für die Praxis
Am Ende der Session fasste Valerie Khalifeh ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
- KI als Beschleuniger, nicht als Autopilot
KI kann Arbeit extrem erleichtern, ersetzt aber kein technisches Know-how. Manuelles Eingreifen und Überprüfen bleiben ein Muss.
- Effektive Personalisierung
Mit KI lässt sich eine hohe Personalisierung im Marketing realisieren – vorausgesetzt, die zugrundeliegenden CRM-Daten sind sauber und vollständig.
- Klein anfangen
Gerade Einsteiger sollten mit einfachen Automationen starten, bevor sie größere und komplexere Prozesse angehen.
- Ressourcen clever nutzen
Da Entwickler oft knapp sind oder Budgets begrenzt, kann KI eine sinnvolle Brücke im Agenturalltag sein.
Mein Take-away
»In der abschließenden Fragerunde ging Valerie Khalifeh auf die Frage ein, warum sie nicht einfach einen Entwickler einbindet: Gerade im Agenturalltag fehlten oft Ressourcen, daher übernähmen auch Marketingexperten solche Aufgaben. Ihr Tipp: Kollaborieren, neue Tools ausprobieren und neugierig bleiben – vor allem aber die eigene Automationen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit testen!«
Relevanz statt Gießkanne
Klarheit schlägt Reichweite
Wie gelingen wirklich relevante Markenkommunikation und erfolgreiche Marketing-Strategien in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit hart umkämpft ist? In der Session »Relevanz statt Gießkanne: Klarheit schlägt Reichweite« gab uns Susanne Trautmann auf der Campixx spannende Einblicke, wie Unternehmen aus der Masse herausstechen und nachhaltige Beziehungen zu ihrer Zielgruppe aufbauen können.
Warum Relevanz im Marketing zählt
Susanne Trautmann startete ihren Vortrag mit einer prägnanten Frage an das Publikum: »Was war euer liebstes Spielzeug in der Kindheit?« Damit stellte sie die Bedeutung von Identifikation und Konditionierung heraus – denn wie starke Erinnerungen beeinflussen auch relevante Marken das Verhalten ihrer Kund:innen nachhaltig.
Trautmann argumentierte, dass Aufmerksamkeit im Marketing heute nicht mehr durch reine Reichweite erzeugt wird. Es zählt die Relevanz! Nur Marken, die echte Probleme lösen, innovative Merkmale bieten und sich auf Vertrauen und Identifikation stützen, seien langfristig erfolgreich. Als praktisches Beispiel diente das Spielzeug »Montagy«, das durch Innovation und emotionale Bindungen Bedeutung erlangte.
Ein weiterer entscheidender Punkt: Relevante Marken betrachten die Welt durch die Brille ihrer Zielgruppe. Sie antizipieren Fragen, Bedenken und Bedürfnisse, statt pauschale Botschaften mit der Gießkanne zu verbreiten. Klarheit in der Ansprache schlägt somit die bloße Breite der Kommunikation.
Strategie, Netzwerke und Best Practices
Um echte Relevanz zu erzeugen, stellte Susanne Trautmann diverse Tools und Ansätze vor. Ihr Canvas-Strategie-Modell hilft dabei, komplexe Herausforderungen zu strukturieren und die entscheidenden Stellschrauben im Geschäftsmodell zu identifizieren. Vor allem das Narrativ für einen Go-To-Market-Prozess kann damit zielgerichtet entwickelt und die Aufmerksamkeit optimal auf die Zielgruppe gelenkt werden.
Netzwerke spielen ebenfalls eine große Rolle: Trautmann nannte beispielhaft die Plattform »Free Mom«, die gezielt durch Allianzen und Kooperationspartnerinnen Reichweite aufbaute und ihre Zielgruppe zuverlässig erreichte. Inhalte und Kontakte, so ihr Fazit, sind essenziell für nachhaltigen Erfolg im Marketing.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde Susanne Trautmann unter anderem gefragt, wie im Canvas-Modell mit Buying-Centern umzugehen sei. Ihr Tipp: Immer mit dem »Türöffner« starten – also der Person, die das größte Problembewusstsein besitzt. Für die Zielgruppenerweiterung empfiehlt sie, mit der vertrautesten Zielgruppe zu starten und dann schrittweise in neue Segmente zu wachsen.
Abschließend präsentierte Trautmann Best Practices: Von einer politisch positionierten Pizzakette bis hin zum humorvollen Auftritt eines Fahrrad-Startups. Ihr zentrales Learning: Humor und gesellschaftliche Relevanz sind starke Differenzierungsfaktoren.
Die Session endete mit der Einladung zum Networking – passend zum Motto: Echte Kontakte und relevanter Austausch sind im Marketing oft das wertvollste Gut.
Mein Take-away
»Relevanz erfordert Mut zur Klarheit und den Willen, sich auf die wirklichen Bedürfnisse der Zielgruppe einzulassen. Wer dies beherzigt, kann in einer lauten Welt Gehör finden und mehr als nur kurzfristige Aufmerksamkeit gewinnen – echte Beziehungen.«
Data-Driven PR
Wie aus Daten Goldminen für Links werden
Daten sind längst das neue Gold – zumindest, wenn es darum geht, starke Backlinks und Presseplatzierungen zu generieren. In der Session »Data-Driven PR: Turning Data into Link Gold Mines« gab Digital PR-Experte Nicolas »Nico« Caramella spannende Einblicke in seine Arbeitsweise und zeigte, wie datenbasierte Studien den Weg in große deutsche Medienhäuser finden. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Learnings und Methoden zusammen.
So tickt erfolgreiche Data-Driven PR
Zunächst hat sich das Ziel datengetriebener PR verschoben: Weg vom reinen Linkaufbau hin zum Generieren von Klicks und Suchanfragen. Erfolg hängt dabei wesentlich von den zugrundeliegenden PR-Prozessen und einem tiefen Verständnis der Bedürfnisse von Journalisten ab.
Prozess der Erstellung datengetriebener Studien
- Ideenfindung
Hier nutzt das Team entweder die Daten des Kunden selbst, führt Umfragen durch oder greift auf öffentlich verfügbare Daten zurück. Oft sind es aktuelle Social Media-Impulse, die den Anstoß für eine spannende Fragestellung geben. Beispielhaft wurde eine Analyse zum Rückgang von Bands in der Musikindustrie genannt, inspiriert von einem Instagram-Post.
- Datenbeschaffung & Analyse
Über Chart-Websites und Datenbanken wie Billboard 100, UK Charts oder Octoparts werden Daten systematisch gesammelt und analysiert. Im Anschluss entstehen Infografiken und interaktive Visualisierungen, um Trends sichtbar zu machen.
- Presseplatzierung
Besonders wichtig ist der exklusive Pitch: Noch vor dem offiziellen Launch werden große Medienhäuser mit exklusiven Studien-Angeboten kontaktiert. Dazu erfolgt eine gezielte Ansprache nach Kategorie – sowohl an gänzlich neue als auch themenaffine Journalisten. Der Versand von Pressemitteilungen sowie Social-Media-Aktivitäten begleiten den offiziellen Launch, gefolgt von einer professionellen Nachbereitung.
Learnings und Insights
- Emotionen sind entscheidend: Eine erfolgreiche Idee löst beim Gegenüber einen »Emoji-Moment« aus
- Es muss nicht immer die komplexeste Analyse sein: Oft reichen einfache, aber relevante Visualisierungen
- Die Beziehungspflege zu Journalisten ist unerlässlich – häufig ist es diese kontinuierliche Kontaktarbeit, die eine erfolgreiche Platzierung, etwa in der Tagesschau, ermöglicht.
Antworten auf die häufigsten Fragen und Ausblick
Während der Session diskutierten die Teilnehmenden außerdem zahlreiche praktische Fragen:
- Sicherung von Exklusivität
Vertrauensvolle Beziehungen und persönliche Empfehlungen erhöhen die Chance, dass Redaktionen exklusive Themen bearbeiten - Test verschiedener Ansätze
Das Team probiert pro Kampagne zwischen drei und sieben unterschiedliche Herangehensweisen aus, um die beste Platzierung zu erzielen - Das Geschäftsmodell
Nico und sein Team entwickeln sowohl eigene Studien als auch datenbasierte Kampagnen in Zusammenarbeit mit den Kunden - Infografiken & Visualisierungen
Während Infografiken Differenzierung schaffen, kommen interaktive Charts und Visuals noch häufiger zum Einsatz - Emotionalität bei nüchternen Themen
Auch sachliche Daten können Emotionalität erzeugen, wenn sie eng auf die Zielgruppe abgestimmt sind
Nicht zuletzt zeigt sich in der Praxis: Lokale und nationale Medien sind hungrig nach guten, verständlichen Daten. Mit datengetriebenen Kampagnen steigt nicht nur die Markenbekanntheit, sondern auch die Qualität und Quantität der Backlinks. Die Relevanz von Data-Driven PR wächst – und mit kreativer Themenfindung, sauberem Prozess und guter Pressearbeit werden Unternehmen (und Agenturen) dabei weiterhin echtes Link-Gold schürfen.
Zwischenfazit
Spät ist´s geworden … Der erste Tag auf der Campixx 2025 hat mit unserem Bühnenauftritt beim Karaoke soeben einen würdigen Abschluss gefunden!
Die ganze Atmosphäre hier ist kaum zu beschreiben. Wir haben inspirierende Perspektiven und spannende Eindrücke gewonnen, konnten wertvolle Kontakte knüpfen und viele neue Impulse für unsere Arbeit mitnehmen.
Wir können uns der Würdigung von Marco Janck heute Morgen nur anschließen: Moderatoren wie Sandra Karner, Wolfgang Jung und viele andere Akteure der Campixx steuern hier ihre Expertise bei und fördern den lebendigen Dialog unter den Besuchern. Das Networking stand stets im Mittelpunkt, nicht nur durch die geplanten Vorträge, sondern auch durch zahlreiche Aktivitäten im Rahmenprogramm – vom Diskoabend über Karaoke bis hin zu informellen Gesprächen. Wir freuen uns schon darauf, morgen weitere spannende Sessions zu besuchen und den Austausch fortzusetzen.
So geht´s weiter ...
- Warum viele Content-Strategien keine sind und scheitern werden
- SEO ist tot. Google auch. Webseiten sowieso. Und wir? Auf Jobsuche?
- Meine Top-10 Tricks zum Kampagnen-Tracking für mehr Wissen
- Warum eine glasklare Positionierung so verdammt sexy ist
- Global denken – Internationales SEO für B2B
- Smartes Repurposing: Wie KI deine Content-Strategie aufs nächste Level hebt
- Barrierefreiheit: Neue Lage ab 28. Juni 2025
- Nicht noch ein SEO-Vortrag – So überleben Agenturen den KI-Hype und gehen in Führung
- Der Außen-Blick von KMUs auf Agenturen: Das Verständnis fehlt
- Inhouse SEO in Corporates: Praktische Strategien
- SEO-Datenpower: GSC & Screaming Frog in Google Sheets vereint
- Rückblick, Ausblick & Highlights